Sensationelle Entdeckung
Eine Zürich 6 auf Brief nach Bad Kissingen in Deutschland adressiert.
Es handelt sich um den ersten bekannten Brief mit einer Zürich 6 auf Brief ins Ausland verwendet. Er wird in der Jean-Paul-Bach-Auktion Nr. 67 vom 21.-23. Mai 2026 versteigert.
Die Marke der Type III selbst ist besonders farbfrisch und allseitig breitrandig. Die 93. Marke des Bogens weist Schnittlinien auf allen vier Seiten auf. Der Stempel ist eine sehr saubere schwarze Zürcher Rosette, auf den vollständigen Brief übergehend. Oberhalb der Frankatur befindet sich der grosse Doppelkreis-Aufgabestempel STÄFA 15 JUIN 1844. Rückseitiger Transitstempel ZÜRICH, im geschlossenen Postaustausch mit Bayern ist der Brief adressiert an den Ratsherrn P. Jenny aus Glarus und Herrn Dr. Balling in Bad Kissingen. Das 6-Rp.-Porto für einen Kantonsbrief, freigemacht bis Zürich, war gemäss Tarif gültig ab Einführung der Zürcher Marken. Der rote «AUSLAG» von Zürich (Winkler Nr. 694) wurde gemäss Richard Schäfer 1842 bis 1850 verwendet. Der oben mit «Nr. 2» in roter Tinte nummerierte Brief wurde mit «6» Kreuzer Auslag austaxiert, zugunsten von Zürich, 14 Kr. Bay. Das Porto war gemäss Tarif vom 1.12.1810 für 36 bis 42 Meilen.
Der Brief wurde vom Schwager des Peter Jenny geschrieben. Peter Jenny war ein bekannter Schweizer Politiker und Industrieller. Er trat 1837 für eine liberale Kantonsverfassung ein, ab 1845 gehörte er dem Appellationsgericht an. 1851 initiierte er die Bank in Glarus, Vorgängerin der Glarner Kantonalbank. Von 1857 bis 1874 sass er im Verwaltungsrat der Vereinten Schweizerbahnen. Jenny kandidierte mit Erfolg bei den Nationalratswahlen 1857. Im Nationalrat galt er als Handelsund Zollexperte, 1866 trat er zurück. Schliesslich war er von 1868 bis 1872 Schweizer Konsul in Ancona.
Dr. Franz Anton von Balling besuchte Jenny 1843. Dr. Balling war ein deutscher Balneologe, Badearzt und Unternehmer. 1834 liess er sich als erster offizieller Badearzt in Kissingen nieder und baute sein eigenes Kurhaus, das noch bestehende Balling Haus. 1883 wurde Kissingen durch den bayrischen Märchenkönig Ludwig II. zu Bad Kissingen.
1855 wurde Dr. Balling zum königlichen Hofrat ernannt, 1865 zum Ehrenbürger von Bad Kissingen und 1874 mit der Verleihung des Verdienstordens der Bayrischen Krone in den persönlichen Adelsstand erhoben. Er war Mitglied des Magistrats. Auch erhielt er das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens vom Heiligen Kreuz, den Orden der Württembergischen Krone, III. Klasse des Kronenordens und den Schwedischen Wasaorden.
Somit hat dieser sensationelle Brief zwei prominente Adressen. Er ist als «Incoming mail» nach Bayern adressiert - eine besondere Rarität, auch für Bayern-Sammler. Für Zürich- und SchweizKlassik-Sammler ist es sicher eine der grössten bekannten Raritäten. Ein Unikat in besonders schöner und fehlerfreier Erhaltung.
Zürich-6-Brief adressiert nach Bad Kissingen in Deutschland.
Quellen Wikipedia
Attest Martin Eichele
